wienjunge

Ciclistas Vienna

Neubaugürtel 1160

Albertgasse, 1080

Burggasse, 1070

Schwarzenbergplatz, 1010

Schwarzenbergplatz, 1010

Schwarzenbergplatz, 1010

Florianigasse, 1080

Vielen Dank an alle Mitwirkenden, Sorry das es länger dauerte!

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Uncle Drew

Glaubt man den vielen Stimmen aus der NBA, hat Cleveland nach dem kontroversen Abgang von LeBron James zu den Miami Heat einen neuen King. Kyrie Irving heisst der gute Mann und wurde kürzlich zum besten Rockie seines Jahrganges gewählt. Die Fans lieben junge und erfolgreiche Sportler, weshalb offensichtlich auch diverse Unternehmen beim neuen Star der Cavaliers schlange stehen. Pepsi hat Irving somit, mit guten Grund zu einen Werbesportauftritt zu einem Basketball Court in New Jersey bestellt, dort wird allerdings jemand ganz jemand anderer zum Star des Abends.

Graflove & Street Art Vienna #2

Gerda Matejka-Felden Park, 1090 Wien
Artist: Roa

Gerda Matejka-Felden Park, 1090 Wien
Artist: Roa

Gerda Matejka-Felden Park, 1090 Wien
Artist: Roa

Museumsquatier, 1070 Wien
Artist: Space Invader

Breite Gasse, 1070

Breite Gasse, 1070

Yppenplatz, 1160 Wien

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Wrong Cops

„Your problem is… that you have spend your whole life listening to shit – but it’s not your fault, because no one ever spent time to educate you!“ …fast richtige Aussage, aber hier soll nicht gemosert werden. Vielmehr soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass Quentin Dupieus aka. Mr.Oizo nach Rubber, seinen (ich glaube) bereits vierten Film rausgebracht hat.

Wer wie ich mit Rubber seine Freude hatte, dürfte auch diesmal wieder voll auf seine Kosten kommen. Nach der großen Filmpremiere von „Wrong Cops“ in Cannes, kann Teil.1 jetzt im Netz begutachtet werden. Dabei darf der Zuseher einen Cop bei der Bewältigung seines Alltags begleiten. Ungeschönt zeigt Dupieus, wie sich mit dem Verkauf von toten Ratten, vollgestopft mit Dope, die Einkünfte verbessert werden, ohne dass dabei auf die ethischen Bedürfnisse der Kundschaft geachtet wird und dokumentiert auch die unfruchtbare Arbeit, einem Teenager (zum Abbrechen genial: Marilyn Manson) den dringend benötigten Musikunterricht zu erteilen.

Leider läuft alles, aufgrund der Flucht des widerspenstigen Musikschülers aus dem Ruder, aber wie würden es Fatalisten so schon auf den Punkt bringen… „nothing happens by coincidence“! Spätestens hier bleibt für politische Korrektheit kein Platz mehr, wer das wahre Leben nicht verträgt, dem bleiben ja noch die Dancing Stars.

(hier ein neuer Link)

News from Hollywood

Moonrise Kingdom: Ich war als Kind Detektiv, Pirat, Indianer und vieles mehr, jedoch nie Pfandfinder, obwohl ich mir sehnsüchtigst ein schlaues Buch wie jenes von Tick, Trick und Track gewünscht habe. Jetzt lässt Wes Anderson seine Zuschauer nochmals ein wenig Kind werden und ich bekomme die Chance, endlich auch mal für eine Filmlänge Pfadfinder zu werden – Yeay! Seit gestern im Kino

Prometheus: Während der ehemalige US-Präsidentschaftswahlkandidat Newt Gingrich noch seinen Visionären Blick zum Mond richtet, um bis spätestens 2020 die USA von anderer Länder Ressourcen unabhängiger zu machen, führt Ridley Scott seine Zuschauer gleich in deutlich entferntere Ecken des Weltalls um dort nach den Ursprüngen der Menschheit zu suchen. Was das Team der Prometheus dort findet, scheint aber nicht die besten Absichten gegenüber unserer Spezies zu hegen. Endlich nach Alien wieder klaustrophobischer Sci-Fi mit Biss! Start: 8. Juni

The Amazing Spiderman: Eine Spiderman Serie steht am Start und ich weiß nicht ob ich mich fürchten oder freuen soll. Allerdings viel schlechter als der dritte Teil  der Vorgängerserie wird es wohl kaum gehen, oder? Wie auch immer, ich MUSS den Film sehen und deute die Mitwirkung der hinreißenden Emma Stone aus „SNL“ als gutes Omen. Definitiv werde ich Tobey Maguire als schüchternen Peter Parker vermissen, an ihm wird Andrew Garfield wohl gemessen und bewertet werden. Gelingt es Garfield das Publikum für sich zu gewinnen, wage ich zu Behaupten, dass auch der Film funktionieren wird.  Start: 3. Juli

The Dark Knight Rises: Umarmt eure Liebsten, springt in die Luft ruft die Nachricht durch eure Straßen! The Dark Knight ist zurück und rettet Gotham ein letztes Mal vor dem Sturm, der das Abdriften in Kollaps und Verfall für die Stadt bedeuten soll. Danksagungen gehen dabei an den mit Steroiden vollgepumpten Baine (engl. Fluch, Verderben), gespielt vom neuen U.K. Hollywoodking Tom Hardy, der die Straßen mit Krieg überzieht und eine Rückkehr Batmans zehn Jahre nach seiner Flucht notwendig macht. Unterdessen nimmt sich die Rätselhafte Schönheit Selina Kyle alias Catwoman (Anne Hathaway) Bruce Wayne an und steigert so meine ohnehin schon überbordende Vorfreude auf den Film. Am meisten freue ich mich jedoch auf Gary Oldman, als perfekte Inkarnation von Batman Kumpel, Commissioner „Jim“ Gordon. Start: 20 Juli

To Rome With Love: Ich denke, bei Woody Allen haben die meisten in etwa dieselben Vorstellungen was sie erwartet: Neurotik, Upper-Class-(Midlife-Crisis) Befindlichkeiten und absurde Verwechslungen, garniert mit ein paar Klischees. Der Brei wird dann in irgendeiner trendigen Weltmetropole aufgetischt und blieb mir schon öfter im Hals stecken. Die Neugier jedoch, was Alec Baldwin und Roberto Benigni in sowas verloren haben, lässt mich dennoch wie die Motte zum Licht, in den Film torkeln – Damn You Woody Allen! Start: 9. August

James Bond Skyfall: Als Kind liebte ich die James Bond Filme wegen dem Klamauk, den Technik-Schnickschnack und den souveränen Umgang von  007 mit allen Lebenslagen. Was damals jedoch kindlicher Spaß war, ist heute nicht mehr zeitgemäß und kann jeder, dem an der Figur James Bond etwas liegt, froh sein, dass auch die dieser endlich erwachsen wurde. Hinzu kommt, dass ich Daniel Craig seit „the girl with the dragon tatoo“ fast überall hinfolgen würde. Start: Anfang November

The Great Gatsby: Im N.Y. der rauschenden und pulsierenden 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, versucht der glitzende und mysteriöse Millionär Jay Gatsby zur Liebe seines Lebens wieder zurückzufinden, die während seines Kriegsdienst in Europa, einen anderen Heiratete. Drama ist also Vorprogrammiert. Start: 25.Dezember

P.S.: Großen Respekt vor Michael Haneke zum ZWEITEN Gewinn einer Goldenen Palme, diesmal  für seinen neuen Film „Liebe“. Hoffentlich ist man in Österreich so schlau, die Einreichung des Films zu den Oskars nicht Frankreich zu überlassen. Regulärer Filmstart ist Herbst 2012!

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Hoi Arjen

Das Leben als Profifußballer scheint offensichtlich nicht immer das Zuckerschlecken zu sein, wie sich das der gemeine Fußballfan so vorstellt. Meist hat man am Wochenende, weil man ja Kicken muss, keine Zeit für die Familie, die Medien nennen einen Egoist und das deutsche Publikum lacht sich scheckig, nur weil man gerne Strumpfhosen trägt.

Dabei machte das Abenteuer Deutschland vor zwei Jahren sicherlich total viel Spaß, Du hast bei Deinem ersten Auftritt gleich zwei Tore geschossen, mit Deinen Dribblings Knoten in den Beinen der Gegenspieler hinterlassen und alle fanden Deinen niederländischen Akzent niedlich. Jetzt, wo es nicht mehr so toll läuft, kann Dir keiner sagen, Du würdest Deiner Linie nicht treu bleiben! Niemand, der Dich kennt, wird allen Ernstes behaupten, Du spielst mit dem kleinen Streber Philipp plötzlich einen Doppelpass oder ihn schickst ihn gar steil in die Tiefen der gegnerischen Strafräume. Und wenn der Mario (die geile Schnitte) Dich mal wieder blöd anmacht, weil Du selbst bei Eckbällen keine Flanken in den Strafraum zwirbelst, schick ihn ruhig mal zu mir. Einzig vor dem wilden Franck scheiss mich dann doch ein bisschen an, aber da wird der Uli für Dich schon ein gutes Wort einlegen. Am besten Du machst das so schnell wie möglich, dann gibts auch keine mehr auf die Mütze.
Vielleicht hätte es Deinem Befinden geholfen, wenn Du den immens wichtigen Elfmeter gegen Dortmund zum Ausgleich genutzt, oder besser den noch wichtigeren Strafstoß gegen die Truppe von Chelski C.F. in die Maschen getreten hättest. Bub, was waren das für Gurken!? Aber egal, sowas wird auch weiterhin den Besten passieren, nichts­des­to­trotz solltest Du mir zuliebe dennoch mal für die nächste Zeit Deinen Fuß von den Dingern lassen. Eventuell schießt ja der Manu jetzt öfter die Dinger vom Punkt, angeblich hat der im Finale noch am sichersten verwandelt. Schaut euch mal ein bisschen was beim Tormanntraining ab, dann klappts bestimmt auch wieder mit den Elfern.

Da fällt mir übrigens ein: Bist Du auf Facebook? Da gehts vielleicht grad verrückt zu, ich kann Dir kaum beschreiben was dort abgeht. Selbst T., der jede Niederlage des FC Bayern ähnlich stark feiert, wie die Meisterschaften seines Vereins Werder Bremen, solidarisiert sich mit Dir, weil Du von Bayern Fans beim Freundschaftsspiel gegen Deine Elftal Crew angeblich ausgepfiffen wurdest. T. rät Dir diese möchtegern Fans zu vergessen. Du sollst so bleiben wie Du bist, und ich fände es schade wenn Du wieder gehen würdest. Komischerweise würde aber lieber den „Wurstel-Uli“ bei Werder spielen sehen, als Dich.
Obwohl Du, wie Du siehst, unerwartet viele neune Fans in der Bundesliga sammelst, fordert Dein Nationalmannschafttrainer empört eine Entschuldigung von Seiten der Bayern für das Verhalten der Fans, weil er meint, Du müsstest getröstet werden. Angeblich bist Du wegen dem Ausgang des Champions League Finale traurig. Sag mir bitte, dass das nicht wahr ist, Arjen! Ich lache sie aus, die Kritiker, die dreist Behaupten, Du hättest keine Kraft, würdest schon vom Spielen mit dem Meerschweinchen Deiner Kinder Krämpfe bekommen und beim eleganten Abendessen mit Deiner Frau fast einschlafen. Die sollen mal die Kollegen Müller und Lahm fragen, was mit denen passiert, die Dir blöd kommen! Wenn ich es mir so recht überlege, solltest Du vielleicht doch einen Vereinswechsel in Betracht ziehen, dorthin, wo One Trick Ponys noch frei herumlaufen können und Strumpfhosen anstatt Lederhosen en vogue sind.

Groetjes, WJ.

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Fremdkörper rumoren im Bauch des AKH

Ich bin vorgestern spät nachts noch wegen eines Sandkorns, das sich während eines Ultimate Trainings unsterblich in mein Auge verliebt hat, in der Augenambulanz des größten Krankenhauses Europas gewesen. Trotz starker Beeinträchtigung des rechten Auges war die Anreise ohne gröbere Probleme zu bewältigen und dank guter Anweisungen vom Nachtportier stehe ich bereits kurz nach Verlassen der Wohnung, mit meinem schick geröteten und angeschwollenen Zombieauge vor dem Anmeldeschalter der allgemeinen Notfallambulanz.

Ich stelle mich hinter einem am Tropf hängenden Typen an, der bereits irgendwo an einer Institution des AKHs behandelt wird, aber keine Lust hat sich zu merken wo das sein könnte. Während die Stationsschwester deshalb minutenlang durch Telefonate ins Innere, die Herkunft des Patienten zu erruieren versucht, fange ich leicht genervt an, die unzähligen Schilder um mich herum zu zählen. Eine andere Patientin scheint mein Abschweifen zu bemerken und nutzt dies geschickt aus, in dem sie als der Patient vor mir endlich weitergereicht wird, schnell an mir vorbei zum Schalter wankt. Aber nicht mit mir! Grimmigen Zombieblicks brumme ich ihr, mein Know-How über das Anstellen an Warteschlangen zu (man stellt sich hinten, nicht vorne an) und bekomme kurz darauf einen Stapel an Papieren mit unzähligen Aufklebern in die Hand gedrückt, mit der Aufforderung meinen Arsch auf einen Sitzplatz vor den Türen mit dem Buchstaben C zu setzen – ich würde aufgerufen werden.

Nach zwanzig Minuten des Wartens beginnt sich ein Rumoren in mir breit zu machen. Ich kann Ambulanzen nicht ausstehen, da es mir so vorkommt, als würde sich die (Warte-)Zeit zäh verdichten und immer langsamer werden, während man ab und zu Gesichter erblickt, die mir aufgrund der Schmerzen die darin abzulesen sind, das Fürchten lehren. Wie um mich in meiner Meinung zu bestätigen, wird kurz nach dem ich Platz genommen habe, eine Frau etwa Anfang dreißig, auf einer Trage in den fensterlosen Gang eingeliefert und von ihrem Sanitäter als akuter Migräneanfall vorgestellt. Trotz der hohen Temperaturen die es hier hat, liegt sie zugedeckt auf einer Bahre und wartet halb ohnmächtig und gerkrümmt von ihren Schmerzen, auf jemanden aus der Nervenambulanz der ihr hilft. Als der zuständige Arzt erscheint, wird sie von ihrem Lebensgefährten an mir vorbeigeschoben und ich sehe in das Gesicht eines Gespensts, das mich mit seinen aufgerissenen Augen und Mund an Edward Munchs „der Schrei“ erinnert.

Der Fremdkörper in meinem Auge, scheint meine geteilte Aufmerksamkeit zu bemerken und macht sich zusätzlich als Kopfschmerz bemerkbar. Was anfangs eher lässtig war, wird zur Nervenprobe, die sich vom Augenlied langsam immer tiefer in meinen Kopf vor arbeitet. Um mich zu entspannen, schließe ich die Augen und wippe, fast alleine im langen kalten orange leuchtenden Ambulanztrakt sitzend, mit einem Fuß im Sekundentakt. Es wirkt aber nicht. Nachdem fast vierzig Minuten vergangen sind, kann ich beunruhigt noch immer kein System in der Ambulanz erkennen. Ich sehe mit einem Auge Ärzte und Schwestern aus Türen in den Wänden und an mir vorbei spazieren, jedoch niemand würdigt mich eines Blicks. Plötzlich öffnet irgendjemand von außen die Augenambulanz, jedoch nur um dort das Licht einzuschalten, danach tut sich wieder nichts, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Ich ermahne mich, locker zu bleiben und so die Ruhe zu bewahren, mein aufkeimender Zorn wird mich nicht weiter bringen. Diese Überzeugung schwindet je länger ich in dieser trostlosen Leere sitze und nicht weiss, warum ich dieses Sandkorn trotz aller möglichen Reibtechniken und Wasserspülungen nicht aus meinem Auge bekomme und ob diese aufgrund meiner immer intensiveren Schmerzen nicht auch für das Augenlicht gefährlich sind. Immerhin kann ich noch lachen, als ein Arzt seine Teenagerpatientin zwischen Tür und Angel der Ambulanz A1 fragt: „naaaa, wie geht es ihnen?“ und sie schwach ein „seeeehr schlecht!!“ piepst. Welche Fragen erwarten mich hier wohl noch?

Endlich kommt eine Ärztin zu mir, nimmt mir die Papiere ab und fordert mich (wieder ohne mich anzusehen) auf, ihr in die Ambulanz zu folgen. Auf die Frage warum ich hier bin, entgegne ich ihr irrtiert „wegen dem Auge“ und denke an die Teenagerin in A1. Wie ich dem Blick der offensichtlich genervten Ärztin begegne, erzähle ich ihr vom Sandkorn und den Versuchen, es loszuwerden. Trotzdem bekomme ich das Gefühl, ich wäre eine Mimose, die sich im Grunde wegen nichts durch das Betreten der Ambulanz zu einem Notfall erklärt hat, obwohl meine Göttin in Weiß gerade deutlich wichtigere Dinge zu erledigen hätte. Nochdazu erweise ich mich als äußerst ungehorsam und lasse mir erst nach drei schmerzhaften Versuchen, das Sandkorn meiner Hornhaut entnehmen. Ein letzter Versuch, die Stimmung mit ein bisschen Selbstironie und Fragen nach dem Ding in meinem Auge aufzulockern werden gnadenlos mit Unfreundlichkeit abgeschmettert. Das Auge wird eingetropft, eine weitere Therapie ist nicht nötig.
Als ich mich bedanken will, werde ich nochmals ohne angesehen zu werden darauf eingeschworen, dass keine weitere Therapie nötig ist. Eine Verabschiedung unterbleibt also. Ich hab verstanden. Trotzdem Danke!

 

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Graflove & Street Art Vienna #1

Neubaugürtel 1160

Bennoplatz 1080

Westbahnstrasse 1070
Artist: Frau Isa

Westbahnstrasse 1070
Artist: Shida

Bandgasse 1070

Bandgasse 1070
Artist: Shida/Knarf/Bazuco

Bandgasse 1070

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Anmerkungen zu Game of Thrones S02E06

Gleich mal vorweg eine Warnung – da ich noch nicht weiß wohin mich meine Ausführungen tragen werden, sollten Personen die Probleme mit Spoiler haben den Text besser meiden, zwar hab ich nicht vor, zukünftige Ereignisse zu erörtern, es werden aber Vergleiche zwischen der T.V.-Serie und den Büchern gezogen bei dem sich einiges auftun könnte, dass der geschätzte Serienseher für sein wöchentliches Fernsehvergnügen vielleicht besser noch nicht wüsste.

Letztes Jahr zur etwa selben Zeit führte mich HBO filmisch in George R.R. Martins, dem Mittelalter ähnelnden Fantasiewelt von Westeros ein. Eine Welt in der politische Machtspielreien anscheinend mit der Muttermilch aufgesogen werden und Intrigen und Verrat derart perfektioniert sind, dass man sich an die Ränke von Karl-Heinz Grasser, Wolfgang Schüssel und Alfons Mensdorff-Pouilly erinnert fühlen könnte. Mangels Unschuldsvermutung geht es dort aber deutlich blutiger zur Sache. Machterhalt und Machtgewinnung sind derzeit die bestimmenden Hauptmotive der Protagonisten, dafür leidet die Liebe, werden junge Burschen aus dem Fenster gestoßen und Menschen auf die Mauer verbannt. Die immer zahlreicher werdenden Schachzüge der Beteiligten verweben auch die Schicksale der Figuren untereinander und bewirken dabei unausweichlich, dass den Menschen oft auch das meist kostbarste genommen wird was sie haben, das Leben. Trotzdem hab ich recht dumm aus der Wäsche geschaut, als mir der aufgrund seines melancholischen Wesens liebgewordene Eddard „Ned“ Stark, seines Zeichens bester Kumpel des in der Zwischenzeit gemeuchelten Königs und Familienoberhaupt der Stark Familie, genau in dem Moment als alles sich halbwegs zum Guten zu wenden scheint, publikumswirksam in aller Öffentlichkeit durch das inzestuöse und jähzornige Kuckuckskind der Königin, hingerichtet wird. Mir nichts, dir nichts, beißt eine gut eingeführte Identifikationsfigur ins Gras – und das ist sehr fies! Aber auch teuflisch gut!!

Mit diesem Showdown aus Blut und Verrat wurde der erfolgreich angefixte „GoT“ Junkie dann in die Winterpause verabschiedet. „Winter is Coming“ und vieles deutete darauf hin, dass der Vorhang für die wirklich großen Dramen noch gar nicht gefallen war. Und weil ich von Natur aus mit besonders viel Unruhe in mir gestraft wurde, hat es mich vor Neugier fast zerrissen, was das Schicksal denn noch mit mit seinen Marionetten Robb, Daenerys, Tyrion und wie sie noch alle heissen, vorhaben könnte. Deshalb hab ich mir die bisher erschienen Bücher (in der Übersetzung) bis zum aktuell verfügbaren, Band acht, gekauft.

Mit Frühlingsbeginn ist die Serie nun wieder zurück, doch durch das Lesen der Bücher hat sich einiges verändert. Das Westeros in meinem Kopf, passt nicht mehr in seine T.V.-Schablone. Einzig den perfekten Cast aus dem ersten Teil hat mein Hirn komplett rezeptiert und gibt ihn keiner Veränderung mehr frei, so kann Tyrion noch so lebhaft als Zwerg mit unappetlich deformierten Äußeren illustriert werden. Für mich bleibt er weiterhin dessen Pendant aus der Serie, dass zwar deutlich kleiner als seine Mitmenschen ist, jedoch über einen ansehnlich Wuschelkopf verfügt und dort einen ganz vertretbaren Riecher hat, wo ein krummer Zinken aus dem Gesicht ragen sollte. Und wenn es sich schon so schön um Oberflächlichkeit dreht, möcht ich auch meine Verwirrung um Lord Renley Baratheons sexueller Orientierung kundtun. Nicht weil der so ein scharfer Typ wär – das sind ja wie am Beispiel Tyrion angemerkt eh mehr oder weniger irgendwie alle, sondern weil wenn ich mich richtig erinnere, dass Buch letztlich nichts erwähnenswertes in diese Richtung verliert, während in der Serie sogar seiner frisch Angetrauten Lady Margaery nicht entgeht, wie aufregend der Lord ihren Bruder Loras findet.

Weiter nördlich dürften sie sich in Winterfell, wenn vor die Wahl gestellt wohl Errektionsproblemene wünschen, anstatt sich mit Theon Graufreuds Eisenmännern konfrontiert zu sehen. Theons Figur bleibt dicht an der literarischen Vorlage und verhältnismäßig viel Zeit um als tragisches Zerrbild eigener, zu hoher Ambitionen, immer mehr die trügerische Kontrolle über Zügel zu verlieren, die er niemals wirklich inne hatte. Erfahrungsgemäß sind solche Konstellationen in GoT höhst ungesund für die Umgebung, was uns auch prompt mit Ser Rodriks Kopfverlust veranschaulicht wird und letztlich in der Flucht von Brandon und Rick Stark mündet. Spätestens hier beginne zwei bedeutende Nebencharaktere zu vermissen, wo haben die Macher Meera und Jojen Reet gelassen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Storyline von Brandon völlig ohne die Jägerin und Jungen mit dem „Grünen Blick“ aus dem Sümpfen auskommen kann – man darf gespannt sein!

Weiter südlich scheint die Situation für Arya Stark entspannter geworden zu sein, jedoch nur, weil der Löwe, dem sie dient keine Ahnung hat wer ihm da den Wein einschenkt, aber auch hier unterscheidet sich die Fernsehserie deutlich vom Buch, wo Harrenhal letztlich von Lord Bolton gehalten wurde. Tief hinter der Mauer steht auch für Jon Snow eine Entscheidung an. Was soll mit dem, nach einem Überfall auf einen Wachposten der Wildlinge gefangene Wildlingsmädchen Ygritte geschehen? Soll er sie wie geheißen töten oder besser küssen? Praktisch, wenn einem in so einer verzwickten Situation jemand die Entscheidung abnimmt, weniger gut jedoch wenn es die Gefangene selbst ist und abhaut. Wiederum haben sich die Macher von der literarischen Vorlage entfernt und Neuland betreten was durch die Verlegung der Szene aus dem verfluchten Wald in die eisigen Gletscher der Forstfänge nur noch mehr aufs Auge gedrückt wird.

Aber alles nichts gegen den Diebstahl der Drachen und das Gemetzel an Daenerys Volk in der letzten Szene der Episode. Ein kompleter Game Changer, der in den Büchern nicht ansatzweise vorkommt, aber das Zusehen für den Bücherwurm deutlich interessanter macht!

„Where (the fuck) are my Dragons“?!

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„Helden in Strumpfhosen“

Beim letzen Mal, als ich ein weibliches Wesen überredet habe, mit mir einen Superheldenfilm zu besuchen war es 2007 und retrospektiv wohl der Anfang vom Ende einer Reihe vieler Missverständnisse. Enthusiasmiert und geblendet durch die Vorgängerfilme, schwärmte ich der großartigen C. von meinen Ansichten über das Spiderman-Universum vor, nur um dann eine überladene, uninspirierte Spiderman 3 Verfilmung zu erleben, die schmerzlich langatmig war. Gebrandmarkt durch diese Peinlichkeit, ertappe ich mich seither immer wieder, meine Schwäche für Verfilmungen von Superhelden zu rechtfertigen, wo es keiner Rechtfertigung bedarf und vermeide es mit Frauen, die ich noch nicht so gut kenne, Comicverfilmungen zu besuchen.

Auch meine ursprüngliche Faszination von Superhelden ist seither ins Wanken geraten, so dass ich vielen Verfilmungen dieses Genres fast mit zu großer Skepsis begegne. Typisches Beispiel ist der neue Superheldenfim the Avengers, in dem eine Handvoll unterschiedlicher Superhelden, animiert durch die Geheim- und Spionageorganisation S.H.I.E.L.D., unter der Leitung des undurchsichtigen Nick Fury, zum Wohle des Planeten gemeinsame Sache zu machen, um die Menschheit vor der Unterwerfung durch den machtdurstigen und rachsüchtigen Loki zu bewahren. Wie soll ein Film mit so einem Overkill an Hauptprotagonisten funktionieren können? Das Nerdgasm-Gejapse einiger Comicfans konnte ich jedenfalls nicht nachvollziehen, viel zu fremd  und unbekannt sind mir dazu die meisten Figuren. Die wirklich tiefgängigen Comic Verfilmungen wie z.B. die Inszenierungen von Batman durch die Nolan Brüder, oder Guillermo del Toros Hellboy glänzten vor allem durch ihr deutliches Augenmerk auf die Charakterzeichnung ihrer Helden und einer Story in der Gut und Böse nicht allein in Schwarz-Weiss daher kommen sondern in vielen Graufacetten schimmern. Der schreckliche nichtssagende Trailer im Vorfeld bestärkte mich jedenfalls in meinem Entschluss, mir den Film aufgrund höchster Fadisierungsgefahr nicht anzutun.

(Schrecklicher Trailer zu einem überraschend gelungenen Film)

Aufgrund des großteils sehr positiven Medienechos hab ich mich dann entgegen meines eigentlichen Plans, den Film an mir vorbei gehen zu lassen, auf Anfrage meines Cousins doch zu einem Kinobesuch entschieden und trotz des Risikos meine cineastische Freundin T mitgenommen, die jeden Actionfilm kritisch beäugt. Sinnvollerweise fand ich mich dann doch recht gut im Heldenuniversum zurecht, da der Grundstein zu den Avengers schon durch andere Filme wie Iron Man, Hulk und ganz wichtig Thor gelegt wurde, in denen sich bei manchen im Abspann Eastereggs zum Avengers Film versteckten. Tatsächlich unbekannte wie Hawkeye oder Agentin Natalia Romanoff, aka. die Schwarze Witwe werden im Film mehr oder weniger entsprechend eingeführt und verschmelzen tatsächlich nach viel Lärm um nichts mit ihren Kollegen wahrnehmbar zu einem Team. Einzig was Cobie Smulders aus „How I Met Your Mother“ im Film verloren hat, bleibt mir ein Rätsel, das liegt vielleicht an ihrer Rolle als „Robin Scherbatsky“ und mangelnder Gelegenheit sich im Film von dieser zu befreien.

Der Gesamteindruck des Films fällt jedenfalls unerwartet postitiv aus, der Film hat kaum Zeit für Charakterportraits, bietet dafür jedoch unterhaltsame Action-Unterhaltung mit überraschend gutem Witz und gibt vielleicht manchem Betrachter ein paar Fragen mit auf den Nachhauseweg, über die es sich lohnt das Nachdenken zu vertiefen. Ernüchternd treffend ist Lokis Meinung, die Menschen würden sich ihre Unterwerfung letztlich wünschen, da sie gerne bei „starken Männern“ ihre (Eigen-) Verantwortung abgeben und glücklicher sind, wenn sie über schwierige Entscheidungen letztlich nicht selbst nachdenken müssen, da sie so derart viel ihrer Verantwortung abgeben können um sich bei späteren unangenehmen Fragen nicht (vor sich selbst) rechtfertigen zu müssen. Marine Le Pen, Filip Dewinter und Strache lassen an dieser Stelle grüßen, aber so einen hatten wir vor siebzig Jahren schon mal. Politisch interessant auch die Antwort auf Captain Amerikas verwunderte Frage, ob das ihm zur Verfügung gestellte Outfit im Star-Spangled Banner Design, denn nicht zuviel Patriotismus symbolisiere und deshalb für moderne Verhältnisse nicht mehr ganz zeitgemäß wäre (die Antwort gibts im Film und wird nicht verraten).

Leider hinken die Actionszenen im Film deutlich der Dynamik den Dialogen seiner Helden hinterher, so dass ich mir ein anderes Verhältnis dieser Komponenten im Film gewünscht hätte. Hier wäre eventuell nach der Verdeutlichung der Turbolenzen der Akteure untereinander auch Platz für die inneren Konflikte der Superhelden gewesen, die leider außen vor waren. Was bleibt ist ein großteils kurzweiliger Film, der gerade durch das Kunststück viele verschiedene Charakter unter einen Hut zu bringen, sein Eintrittsgeld wert war und auch mit deutlichen Abstrichen beim Krach-Bumm locker bestehen könnte. Von Heldenentwürfen, wie den als Proganda-Ikone den Patriotismus hinterfragenden Captain America, den um keinen Angeberspruch verlegenen Großkotz und Playboy Tony Stark (aka Iron Man) oder neurotischen Superschurken mit tragisch aktuellen Ansichten wie Loki wünsche ich mir in Zukunft mehr zu sehen.

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