wienjunge

Monat: März, 2012

Die Stiege zum Schulhof

Geht es um meine Volksschulzeit, sind die meisten meiner Erinnerungen verblasst. Keine Ahnung, wann mir mein erster Buchstabe eingeprägt wurde oder ich zum ersten Mal erfolgreich zwei durch zehn geteilt habe.

Sehr wohl weiß ich aber, warum ich zum ersten Mal die Schule geschwänzt habe. Mein Verhältnis zu „meiner“ Religion war schon immer von sehr gegensätzlichen Gefühlen geprägt. Ich liebte meine Konfession, nicht aus spirituellen Gründen, sondern weil sie mir zweimal die Woche erlaubte, den Unterricht eine Stunde später als die meisten anderen Kinder zu beginnen. Vieles jedoch hat seinen Preis und so auch mein Privileg, weshalb ich einmal wöchentlich auch gut ohne Religion hätte leben können, da eine der ersparten Stunden, pünktlich jeden Dienstag vier Uhr Nachmittag im Rahmen evangelischer Geistesertüchtigung auf mich zurückfiel.

Religionsunterricht war zu dieser Zeit definitiv kein Zuckerschlecken für kleine Buben, die ihre Hobbys zu dieser Zeit noch mit Gatschkugelwerfen, Räuber und Gendarm- bzw. Legospielen angaben. Es konnte damals kaum ein größeres Übel für mich geben, als wöchentlich eine Stunde lang Szenen aus der Bibel von einer Tafel nachzumalen. Kreativer Input, die Arche mal als Kriegsschiff darzustellen oder König Salomo mehr wie eine Piraten aussehen zu lassen mussten mit großem Bedauern verworfen werden.

Heute bin ich davon überzeugt, dass diese eine Stunde pro Woche, der Ursprung meines Desinteresses an jeglicher Malerei war. Als hätte dies nicht schon für sich alleine gereicht, endete der Religionsunterricht jeweils mit der Bewertung unsere Zeichnungen, und so für das größt mögliche Unwohlbefinden sorgte.

Wolfgang „Kistel“ (eine von mir entwickelte Abwandlung seines Nachnamens, für die er womöglich bis heute nicht so gut auf mich zu sprechen ist), der von seinen Mitschülern zu seinem Missfallen gerne auch „Rotzi“ (vielleicht auch eine Entwicklung von mir, weil er sich ständig die Nase putzen musste und gerne mal zum Leid seiner Mitschüler darauf verzichte) gerufen wurde, war damals mein Schulfreund und Leidensgenosse. Während die Seiten der Religionshefte unserer weiblichen Kolleginnen wöchentlich nur so gespickt wurden mit Aufklebern in Sternchen- und Blümchenform, zierten unsere Hefte regelmäßig nur Radiergummistreifen von ausradierten Zeichnungen, die aufgrund „zu wenig Bemühens“ als Hausaufgabe neugezeichnet werden mussten.

Für uns hätten die Qualen des Alten Testaments in Form von Religionsunterricht kaum schlimmer sein können. So war es für mich nur zu verlockend, Rotzis Vorschlag, den Religionsunterricht zu schwänzen in die Tat umzusetzen. Die Entscheidung dazu war wahrlich nicht die Einfachste, ich glaubte nicht mit dem Schwänzen durchzukommen, doch letztlich obsiegte der Horror vor den noch kommenden Religionsstunden, die Angst beim Fernbleiben des Unterrichts erwischt zu werden.

Von einem auf das andere Mal versteckten wir uns nun regelmäßig eine Stunde pro Woche unter den Stufen im Schulhof, nichts war zuvor und danach spannender oder elektrisierender. Bis heute bin ich erstaunt, dass keine Nachricht von der Schule nachhause fand, die unserem Treiben ein Ende gesetzt hätte.

Offensichtlich vermisste uns die Religionslehrerin genauso wenig wie wir sie. Für sie waren unsere Zeichnungen so unpassend ein Graffitti an einer Hauswand. Sie konnte die Bilder nie „lesen“, machte auch keine Anstalten uns irgendwie zu verstehen. Die Seiten unsere Hefte waren bloß bunte Kleckse ohne Sinn und Zweck. So fanden wir unter der Stiege im Schulhof Unterschlupf und fühlten uns beschützt vor den Leuten die über uns hinwegschritten und womöglich suchten.

So sieht die Stiege heute aus. Auf der Rückseite geht es einen halbstock weiter runter, so konnten wir Problemlos unter ihr hineinkriechen.

So sieht die Stiege heute aus. Auf der Rückseite geht es einen Halbstock weiter runter, so konnten wir Problemlos unter ihr hineinkriechen.

Im Nachhinein betrachtet, komme ich aus dem Grüblen nicht heraus, ob nicht meine atheistische Mutter womöglich mein dunkles Geheimnis gegenüber meinen evangelischen Vater mit mir teilt, könnte ja sein, das die Religionslehrerin doch mal zuhause angerufen hatte.

* * * * *

The Daily Show mit Jon Stewart

Als Kind waren sie eine Art Ritual für mich. Viele Abende, wurde gegen halb acht, neben dem Abendessen zusammen mit zumindest einem Elternteil die „Zeit im Bild“ (ZiB) geschaut. Die verschiedenen ZiBs haben mich ein paar der bedeutensten historischen Momente der Menschheit mehr oder weniger bewußt direkt miterleben lassen, z.B.: der Fall der Berliner Mauer (1989), den „Zweiten Golfkrieg“ (1990) oder auch die Ereignisse des 11.Septembers 2001 in New York ein.

Wie auch ich, sehen sich viele meiner Bekannten und Freunde kaum mehr  Nachrichtensendungen aus dem Fernsehen an. Die Gründe sind vielschichtig, manche interessiert es nicht, anderen fehlt die Grundvoraussetzung da sie schon keinen Fernseher haben und dann gibts noch diejenigen, die keine Zeit dazu haben. Eigentlich alle die wissen wollen, was in der Welt da draußen so vor sich geht, haben Online-Medien für sich entdeckt und die Nachrichten aus dem Fernsehen mit ihnen substituiert. Im Internet lassen sich Informationen einfach und schneller über mehrere Quellen beziehen.

Das Internet ist es auch, welches mir ermöglichte The Daily Show with Jon Stewart kennenzulernen. Jon Stewart ist Nachfolger von Craig Kilborn, der die „the Daily Show“ nach diversen Streitigkeiten verlies, um stattdessen bei der CBS (Columbia Broadcasting System) eine Show zu übernehmen. Mit Stewart fokusierte sich das Format auf den amerikanischen Politik Alltag, welcher vom Team der Daily Show satirisch kommentiert und hinterfragt wird. In diesem Zusammenhang geraten oftmals auch die großen Nachrichtenstation der USA in das Visier der Kommiker, da deren subjektiver Umgang mit der Wahrheit, der mehr als nur fragwürdig ist, ein dankbares Ziel abgibt. Besonders sticht dabei der Sender „Fox News Channel“ (FNC) hervor, der den subjektiven Umgang mit der Wahrheit damit rechtfertigt, dass viele renommierte Medien (z.B. CNN, New York Times) (zu) liberale Ansichten haben und Fox News einfach nur the other side of the story wiedergeben. FNC bezeichnet seine Nachrichtenerstattung als „Fair and Balanced“ (Gerecht und Ausgeglichen). Wer einen kleinen Einblick in die amerikanische Politik bekommen möchte und Satiere mag, sollte unbedingt einen Blick ins Sendungsarchiv der Daily Show wagen. Die Sendung kann frei über die Homepage der Show empfangen werden. Um ein wenig den Einstieg zu erleichtern, möchte ich ein paar meiner liebsten Momente der Sendung vorstellen.

Black Nr.1
2011 findet man bei den repulikanischen Vorwahlen zum konservativen Gegenkandidat von Barack Obama für die US-Präsidentschaftswahlen, auch einen afro-amerikanischen Kandidaten. Herman Caine heisst der gute Mann und wurde von vielen seiner Partei als große Hoffnung gepriesen. Kein Wunder, sind doch republikanische Schwarze besser als andere Schwarze, zum Beispiel jener der Demokraten, Barack Obama. Michelle Bachmann ebenfalls eine Kandidatin bei den Vorwahlen erklärt freundlicherweise auch gleich, weshalb das so ist: „To become a black republican, you don’t just roll in to it. You are not go going with the flow. You have fought probably against your family members, probably against your neighbours – You have fought everything out! And thats why we have very impressive blacks in our party! …and thats why our blacks are so much better than their blacks.“ Solche Aussagen finden dann auch ausgewiesene Rassisten wie Jon Stewart (dank Donald Trump) beleidigend, wenn auch nur deshalb, weil Linke wie er, einfach nicht wissen wie sie mit ihrer Eifersucht auf die republikanische Partei umgehen sollen: „They can’t stand, that a black man, much blacker than obama – and a real american black – is this right winger.

Der republikanische Casanova
Warum die republikanische Sympathisanten zurecht stolz auf ihre diversen Kandiaten sein kann, ist für Außenstehende nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Vielleicht war Herman Caine deshalb so großzügig uns einen reichen Fundus zu hinterlassen, anhand dessen wir vielleicht ein wenig mehr Einsicht bekommen können. Hier die außenpolitischen Ansichten des Kandidaten für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten bezüglich Lybien und wie diese sich von denen Obamas unterscheiden. Bis heute versteht er sichtlich nicht den ganzen Aufruhr darüber. Wer jetzt denkt, Mr.Caine hätte aufgrund dieser Peinlichkeiten seine Kandidatur zurückgezogen, kennt dessen Ego nicht. Dazu benötigte es etwas delikateres. Aber was war schon passiert, eh nix, oder?

Amerikas Umgang mit Sex und Gewalt
Der in Österreich nicht ganz unbekannte Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger verbot während seiner Amtszeit den Verkauf von Videospielen mit (groben) Gewaltinhalten an Personen die das achtzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet hatten. Der oberste amerikanische Gerichtshof lies dieses Gesetz jedoch wieder aufheben, da die Richter der Meinung sind, dass amerkanische Bundesstaaten „might be able to restrict sexual materials, but not violent and other materials“. Es darf also brutalst weitergeschlachtet werden in diversen Medien, aber wehe es sollte mal eine nackte Brust im Fernsehen zu sehen sein! Dann ist Schluss mit lustig! (Vorsicht bitte: der Link enthält eine sehr ungustiöse Gewaltszene eines Videospiels).

La Forchetta Diabolica
Für Amerikaner scheint nicht Italien das Mekka für Pizzaliebhaber zu sein, sondern New York. Aufgrund der vielen italienischen Auswanderer, die sich im Big Apple niedergelassen haben, blickt die Stadt auf eine lange und große Pizzatradition zurück die vieler New Yorker großer Stolz ist. Als Sarah Palin im Apple einen Besuch abstattete, zeigte sich Donald Trump als Gentlemen und lud sie zu zum Pizzaschnitten essen ein. Seither verlangt Stewart von Trump einen Beweis für dessen New Yorker Herkunft.

The Haves And Soon-to-Haves
Die Konservativen in den USA wehren sich gegen Armut. Nicht etwa mit Sozialprogrammen, sondern mittels einer PR-Maschinerie, die ihres gleichen sucht. Viele Republikaner bedienen sich deshalb eigener beschönigender bzw. verschleiernder Umschreibungen für konkrete Begriffe. So wird aus den „richs“job creators“ und aus den „poor“ „Soon-to-Haves„. Nach den Vorstellungen nicht weniger „right wings“ sollen dies Bemühungen darin enden, dass Million- und Millardäre mit einem niedrigeren Steuersatz besteuert werden, als die Mittelschicht.

Griechenland brennt
Auf Gedanken kommt wohl jeder irgendwann mal. Schluss machen mit den Konkurrenzkämpfen nur um materialistischen Träumen nachzujagen. Man möchte ohne Blick zurück alles hinschmeissen, um sich in einem Fischerdörfchen niederzulassen und dort jeden Tag Uzo trinkend ein gegrilltes Lamm zu essen. Nebenbei betört man mit seinem lebensfrohen Gemüt Touristen, finanziert durch die Pensionskasse. Klingt verführerisch? Ist es auch! Aber was passiert, wenn ein ganzes Land auf diese Idee kommt?
Jon Stewart präsentiert Griechenland 2011: Jugendliche und Senioren ziehen aufgebracht und randalierend durch Griechenlands Städte, da ihnen die Kürzungspläne der Regierung, die bedeutende Eingriffe in Griechenlands Sozialsystem vorsehen um den Staatsbankrott abzuwenden, ein Dorn im Auge sind. Vorschläge sehen unter anderem eine Anhebung des bestehenden Pensionsantrittsalters von 53 Jahren, bei achzig Prozent Pensionsbezug des letzten Einkommens vor, sowie eine Kürzung des bezahlten Urlaubsanspruchs von bisher sechs Wochen. Für U.S.-Bürger können diese Proteste nur befremdlich sein, wenn man weiss, dass es dort keine staatliche Pensionsvorsorge gibt und sehr viele quasi nie in Pension gehen können, geschweige denn, bezahlten Urlaub haben. Stewart befürchtet, sollten amerikanische Bürger von den sozialen Leistungen der Griechen Windbekommen, könnten sich die dortigen Aufstände, auch auf die USA ausweiten. Es drängt sich die Frage auf, wie Griechland sich all seine Sozialleistungen überhaupt leisten kann. Jon rechnet vor, dass jeder Grieche quasi vierundvierzig Tausend Dollar schulden hat und Griechenland aufgrund einer ähnlichen Finanzgebarung, wie sie ein unverantwortungsvolles Kind an den Tag legt, im grunde pleite ist. Dass auch die USA hoch verschuldet sind, möchte er dabei nicht als Ausrede für die Südeuropäer gelten lassen. Als er jedoch bestürzt herausfindet, dass deren pro Kopf Defizit fünfundvierzig tausend Dollar beträgt, ohne jemals einen staatlichen Pensionsanspruch haben zu können, würde er gerne wissen, wieso man in Griechenland so gut mit Geld umgehen kann. Zum Schluss wird mit Griechenland Korrespondent Aasif Mandvi noch die Frage geklärt, weshalb solange niemand von Griechenlands Finanzproblemen wusste Credit Default Swaps.

* * * * *

Mondsafari

Air sind zwei Franzosen, die mir in Zeiten der Dominanz von Indie Rock, Grunge und Techno das Geschenk machten, mir Popmusik mithilfe von Synthesizern und manch träumerischer Stimme, näher zu bringen. Songs wie All I Need, Sexy Boy oder Kelly Watch the Stars haben mir eine ganz neue Chance eröffnet, Musik zu begegnen. Nach ihrem tollen 2001er Album 10 000Hz Legend trennten sich Air und ich. Trotz teilweise recht netter Hooklines wie zum Beispiel der gepfiffenen Melodie bei Alpha Beta Gaga konnte das Nachfolgealbum Talkie Walkie in mir kaum noch etwas bewegen

Nun könnte sich in unserer Beziehung wieder etwas bewegen. Vor ein paar Wochen fand ich beim Stöbern auf einschlägigen Seiten meines Vertrauens einen Artikel, in dem ein neues Album von Air angekündigt wurde. Diese Ankündigung allein hätte nicht gerreicht mich nochmals mit Air auseinanderzusetzen, hatte ich mir den Artikel doch eher aufgrund eines sentimentalen Verpflichtungsgefühls der guten alten Zeiten willen angesehen, als aus tatsächlichen Interesses. Ein Link zu Kostproben vom neuen Album auf YouTube hatte jedoch genug Anziehungskraft, um mich mit Airs neuen Schaffen vertraut zu machen. Unverhofft kommt es dabei zu einer Reise in die Vergangenheit. Ich sehe vertraute Szenen die ich länger als Air selbst kenne, nämlich seit dem die Smashing Pumpkins mit Tonight Tonight, ihrem quasi Opener ihres dritten Albums Mellon Collie and the Infinite Sadness die Welt beglückten. Die Band machte mich mit ihrem Musikvideo zum Song nachhaltig mit Georges Méliès Film Le Voyage Dans La Lune vertraut, dessen Steampunk Charme der Industriellen Revolution das Video zusammen mit der großartigen Sound dem Pumpkins, zum Erlebnis machte.

Air wurden wie sich herausstellt beauftragt einen Soundtrack zu komponieren, der die restaurierte und handkolorierte Fassung von „Le Voyage Dans La Lune“ unterlegt. Wer das Ergebnis sehen und hören möchte, hat im Rahmen des „Kino der Orte“ des Film Archiv Austria eine besondere Gelegenheit dazu. Der Film wird zusammen mit Fritz Langs „Die Frau im Mond“ am 27.04. in der Kuffner Sternwarte in der Nähe der Steinhofgründe präsentiert.

* * * * *

Das Café Rosa

Ich nehme an dass nicht viele das Café Rosa kennen. Das könnte ein bisschen verwundern, wenn man weiss, wer hinter dem Betreiber des Cafés steht, nämlich die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH).

Der Name dient als Reminiszenz an die Damen Rosa Luxemburg, Rosa Mayreder und Rosa Manus, drei bedeutenden poltischen Aktivistinnen deren Wirken bis in die Gegenwart reicht. Mein Interesse am Café Rosa gilt aber nicht der Namensgebung, sondern den um es schwelenden Konflikten. Die Grundsätze des 2011 gegründeten Cafés, die man dessen Homepage entnehmen kann, lauten unter anderem: „feministisch, antisexistisch, basisdemokratisch, antidiskriminierend, antiklerikal, antiheteronormativ und antikapitalistisch“.
Damit hat sicherlich nicht jeder seine Freude. Bestätigt werde ich in meiner Ansicht durch einen Blick auf den Facebookauftritt des Vice Magazins, dass in seinem Status postete, dass „Ali Hili, ein schwuler Iraker, der in London lebt sagt, dass Lesben, Schwule, Bi-Sexuelle und Transsexuelle im Irak von Todeskommandos verfolgt werden“. Ein besonders sympathischer Zeitgenosse war sich nicht zu blöd seiner Gesinnung ausdruck zu verleihen, und meinte sowas „Sollte es bei uns auch gebn!!!“.

Trotzdem soll das Café in der Währingerstrasse politsche Interessen verbinden, zu kritischem Denken und Handeln anregen sowie emanzipatorische Projekte fördern. Wer mit alldem nichts am Hut hat, findet dort auch einfach nur Platz zum Arbeiten, chillen oder sich austauschen. Begünstigt wird dies dadurch, dass es keinen Zwang zur Konsumation gibt, was sich aus der antikapitaltistischen Einstellung ableiten dürfte und die dortigen sehr günstigen Preise erklärt. Wie schon festgestellt finden solche Grundsätze nicht überall Anklang, erst recht nicht, wenn nicht nur poltische sondern auch wirtschaftliche Interessen aufeinanderprallen.

Hier kommen wir auch zum eigentlichen Problem des Café Rosa. Laut AG Bundesobman Martin Brenner wurden für den bisherigen Betrieb 500.000 Euro aufgewendet, nur um letztlich einen Partyraum für Gesinnungsgenossen zu haben. Er sieht das Projekt trotz hohen Geldaufwands seitens der ÖH aus ÖH-Beiträgen am Ende, da Betrieb stark defizitär wirtschaftet. Auf Druck der oppostionellen AG und der Öffentlichkeit, nannte der für das Café Rosa zuständigen „Sachbearbeiter“ Jacob Zerbes (VSStÖ) erstmals konkrete Zahlen und progonstizierte anhand des derzeitigen Businessplans ein wirtschaftliches Minus von 86.000 Euro für 2012. Brenner sieht die Einrichtung deshalb in der Insolvenz, als Indiz dafür nennt er die kürzliche Entlassung von Mitarbeitern.

Aber nicht nur die Finanzgebarung des Cafés sorgt für Missmut. Sieht man sich ein wenig in den Foren diverser Onlinemedien um, erkennt man, dass auch Vorwürfe gemacht werden, die über den mangelnden Geschäftssinn der ÖH Führung hinaus gehen.
Erheitert hat mich der Ärger einer PosterIn (?) im Forum des Café Rosa, dass die „…Beleginnenschaft zum fröhlichen Lesbenporno-Schauen“ einlädt, nur um „männlichen Anti-Homos im Zeichen der Antitoleranz den Zutritt“ zu verweigern.
Deutlich ernster wiegt der Vorwurf, dass keiner extremen Weltanschaungen angehörende potenielle Kunden beim Betreten des Cafés auf ihre Gesinnung überprüft und am Betreten des Lokalität gehindert worden sein sollen. In diesem Zusammenhang drängt sich bei vielen die Frage auf, wie so ein „Miteinander“ verschiedener politischer Gesinnungen so erreicht werden kann. Weitere gewichtige Vorwürfe sind die mangelnde Transparenz und Informationspolitik der ÖH-Führung bezüglich des Cafés, der Zenur auf der Facebookpage und des Nichtabelten von Überstunden des Personals.

Dass der Betrieb eines Cafés vor allem in der Anfangsphase ordentlich Geld kostet, leuchtet zumindest mir ein. Ich bin zwar ein Laie, aber die Miete und Lokalablöse für eine Lage in einer der besten Gegenden Wiens, sowie Interieur, usw. kostet heutzutage viel Geld. Wenn dafür Barierrefreiheit, Wireless LAN, keine Konsumpflicht, günstige Getränke und ein Veranstalltungsraum für Studenten und gesellschaftliche Minderheiten herauspringt, empfinde ich die Zuweiseung der ÖH (Zwangs-) Mitgliedsbeiträge dafür als bessere Investition, als in die diversen Wahlkampfaktionen mit gratis Würstel oder Crêpes und Cocktailstände der Studentenvertretungen.
Als sehr wichtig in wirtschaftlicher Hinsicht sehe ich den Hinweiss der ÖH-Chefin Janine Wulz, dass sich die investierten Beträge nicht verloren sind, sondern im Falle einer Schließung des Cafés großteils wieder zur ÖH zurückfließen würden. Das aber Seiten der ÖH-Spitze  nicht oder erst sehr spät zu den Vorwürfen Stellung genommen wird, sorgt zurecht für Verunsicherung und Unmut. Dies könnte im besten Falle als Unfähigkeit der Verantwortlichen gewertet werden, im schlimmsten Falle aber als ein Aussitzen der Probleme.
Kaum verwunderlich wäre es, wenn sich außen stehende Beobachter, sehr an die Vorgehensweisen gewisser Amtsträger nicht unweit der Hauptuni erinnert fühlten.

Quellen: auf Anfrage, da WordPress meine Zeilenumbrüche nicht akzeptiert.

* * * * *

Wo bekomme ich günstig ein Fahrrad her?

Der Frühling ist endlich zurück, mit ihm auch wohligere Temperaturen, so dass Fahrradfahren wieder zum Spaß und keiner Zitterpartie wird. Doch nicht jeder der in Wien lebt und gerne Radfahren möchte, hat ein Fahrrad und muss sich deshalb erstmal eines besorgen – und das heisst Geld in die Hand nehmen.

Der meiner Erfahrung nach meist geäußertste Wunsch ist dabei – es soll nicht viel kosten. Oft kommt dann von diversen Mitmenschen der Vorschlag, sich doch ins WUK zum Fahrradflohmarkt zu begeben. Der ist jeden ersten Mittwoch des Monats und dort kann man Räder kaufen und verkaufen (gegen 10% Verkaufsprovision). Allerdings kenne ich bis heute unter den vielen Radfahrern aus meinem Bekanntenkreis niemanden, der dort je ein Fahrrad gekauft hat. Deshalb mein Tipp, einfache Bikes, d.h. Fahrräder ohne viel Schnickschnack bekommt man bei großen Sportketten schon um ca. 130 Euro. Die Teile sehen dann vielleicht nicht super toll aus, man kommt aber damit gemütlich von A nach B und der vielleicht größte Vorteil liegt darin, dass man sich nicht groß den Kopf zerbrechen muss, wo und wie man sein Rad absperrt, da diese Bikes bei Dieben deutlich weniger hoch im Kurs stehen, wie jene die auch ein Statussymbol sein sollen.

Eine weitere Möglichkeit recht günstig an ein Fahrrad zu kommen sind die Verkaufs- und Auktionsplattformen im Internet. Meine Freundin W. hat sich so ein stylisches Puch Fahrrad angelacht und scheint sehr happy damit zu sein. Nachteil ist, dass so erstande Räder meist nur second hand sind und eine Gewährleistung bei gebrauchten Fahrrädern unter Privaten meist ausgeschlossen wird.

* * * * *

Wegbegleiter

Sprichwörtlich, ist aller Anfang schwer. Deshalb fange ich mit einem Abschied an, der schwerer fiel, als gedacht.

Warum liegen Kleidungsgegenstände oft noch für lange Zeit bei mir herum, obwohl ich sie seit Jahren nicht mehr benutze? Diese Fußballschuhe standen mindestens schon zehn Monate bei mir herum. Dabei bestand aufgrund ihrer Abgenutztheit keine Chance auf weitere Einsätze.
(die „weissen“ swoosh waren mal blau)

Über Jahre, Woche für Woche gute Freunde bei Fußball egal bei welchen Wetter.
(Model: Nike Brazil World Cup 94 Edition – um 30€ – ich konnte mein Glück kaum fassen, solche sondereditions Modelle findet man nicht überall, und schon gar nicht zu diesem Preis – das Parndorf Outlet machte es möglich!)

Zuletzt dann schon richtig abgefucked. Einfach mal die Schuhbänder zu wechseln hilft nicht mehr, „abgenutzt“ ist eine Verharmlosung!
(man beachte bitte die glatte Sohle des linken Schuhs; die deutlich stärkere Abgenutzteit, als die des Rechten ist mir nicht ganz erklärlich)

Die Nacholger sind bereits gekauft und stehen bereit. War nicht einfach, sie zu finden. Es brauchte drei (!!!) andere Paare, die alle innerhalb kürzester Zeit ein Gewährleistungsfall waren.

Ich will nichts verschreien, aber diesmal ist das Gefühl schon ein ganz anderes.

* * * * *