Mondsafari

von Georg

Air sind zwei Franzosen, die mir in Zeiten der Dominanz von Indie Rock, Grunge und Techno das Geschenk machten, mir Popmusik mithilfe von Synthesizern und manch träumerischer Stimme, näher zu bringen. Songs wie All I Need, Sexy Boy oder Kelly Watch the Stars haben mir eine ganz neue Chance eröffnet, Musik zu begegnen. Nach ihrem tollen 2001er Album 10 000Hz Legend trennten sich Air und ich. Trotz teilweise recht netter Hooklines wie zum Beispiel der gepfiffenen Melodie bei Alpha Beta Gaga konnte das Nachfolgealbum Talkie Walkie in mir kaum noch etwas bewegen

Nun könnte sich in unserer Beziehung wieder etwas bewegen. Vor ein paar Wochen fand ich beim Stöbern auf einschlägigen Seiten meines Vertrauens einen Artikel, in dem ein neues Album von Air angekündigt wurde. Diese Ankündigung allein hätte nicht gerreicht mich nochmals mit Air auseinanderzusetzen, hatte ich mir den Artikel doch eher aufgrund eines sentimentalen Verpflichtungsgefühls der guten alten Zeiten willen angesehen, als aus tatsächlichen Interesses. Ein Link zu Kostproben vom neuen Album auf YouTube hatte jedoch genug Anziehungskraft, um mich mit Airs neuen Schaffen vertraut zu machen. Unverhofft kommt es dabei zu einer Reise in die Vergangenheit. Ich sehe vertraute Szenen die ich länger als Air selbst kenne, nämlich seit dem die Smashing Pumpkins mit Tonight Tonight, ihrem quasi Opener ihres dritten Albums Mellon Collie and the Infinite Sadness die Welt beglückten. Die Band machte mich mit ihrem Musikvideo zum Song nachhaltig mit Georges Méliès Film Le Voyage Dans La Lune vertraut, dessen Steampunk Charme der Industriellen Revolution das Video zusammen mit der großartigen Sound dem Pumpkins, zum Erlebnis machte.

Air wurden wie sich herausstellt beauftragt einen Soundtrack zu komponieren, der die restaurierte und handkolorierte Fassung von „Le Voyage Dans La Lune“ unterlegt. Wer das Ergebnis sehen und hören möchte, hat im Rahmen des „Kino der Orte“ des Film Archiv Austria eine besondere Gelegenheit dazu. Der Film wird zusammen mit Fritz Langs „Die Frau im Mond“ am 27.04. in der Kuffner Sternwarte in der Nähe der Steinhofgründe präsentiert.

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