wienjunge

Monat: April, 2012

Big Spender

Angeblich, aber gut wahrscheinlich bei dieser Familienhistorie, dass sich Rakim Mayers, aka A$AP Rocky früher mal als Dealer über die Runden geschlagen hat. Ich bin jedenfalls Überzeugt, der Junge kennt sich mit Suchtmittel aus, da das meiste Zeug was ich von ihm kenne reinstes Dope ist! Es wird endlich Zeit, dass der Junge sein Album rausbringt, den Plattenvertrag hat er ja jetzt schon ein Zeiterl in der Tasche. Das Ergebnis seiner Kollaboration mit Thophilus London hat die Vorfreude jedenfalls nochmals ordentlich angefixt und schürt meine Erwartungshaltung auf das Kommende nocheinmal deutlich!

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The Battle of Pennsylvenia

Während sich aktuell heimische Fußballfans, angesichts der erbärmlichen Darbietungen ihrer Vereine in der Bundesliga mit Grausen abwenden, purzeln in den Vereinigten Staaten die Zuseherrekorde der Fernsehanstalten in Bezug auf Übertragungen der NHL Play Offs. Es ist die Zeit in der die Besucher in den Stadien zu tausenden Handtücher zu Ehren ihrer Teams schwenken und obskure Bräuche aufleben lassen, wie zum Beispiel bei den Detroid Red Wings, wo man das Glück gerne mit dem Wurf eines Oktopus auf die Eisfläche, erzwingt.

Besondere Aufmerksamkeit vieler Hockeyfans gilt dabei insbesonders einer Serie, dem Aufeinandertreffen der Philadelphia Flyers und Pittsburgh Penguins, zweier Rivalen aus dem U.S. Bundesstaat Pennsylvenia, deren Rivalität bis ins Jahr 1967 zurückreicht, als  beide Teams der NHL beitraten. Während die Flyers sich Mitte der 70er Jahre, im Kampf um die wichtigste Trophäe im Eishockey zweimal erfolgreich durchsetzen konnten, blieb den „Pens“ bis zu Beginn der 90er Jahre ein solcher Erfolg verwehrt. Unter anderem manifestierte sich diese titellose Zeit in 42 sieglosen Antreten bei den Flyers zwischen 1974 und 1989. Trotz dieser Schmach ist das Team aus Pittsburgh, wenn es nach Stanly Cup Siegen geht, aufgrund seiner Triumphe in den Jahre, 91 und 92, sowie 2009 das erfolgreichere Team und somit nicht mehr der Jausengegner, der es einmal war.

Doch für Philadelphia geht es noch um ein wenig mehr, es gilt sich für die Play Off Niederlagen 2008 und 2009 zu revanchieren, als die Mannschaft wiederholt gegen den Klub aus der Steel City ausschied. Heuer soll das anders werden, die Flyers führen in der „Best of Seven“ Serie bereits überraschen deutlich mit drei zu null Siegen, in Spielen die einige Kommentatoren mittunter zu den besten zählen, was Eishockey zu bieten hat. Abgesehen von ihrer typisch körperbetonten Spielweise glänzen die Flyers in den heurigen auch mit ihrer Torproduktion: 20 Tore innerhalb dreier aufeinanderfolgenden Play Off Spiele, sowie 16 Treffer innerhalb von zwei Spielen sind Zeugnis für die Qualität der Mannschaft und gleichzeitig Rekorde in der Klubgeschichte der Flyers.

Durch die Erfolge gerät nicht nur das Blut von Fans der „Broad Street Bullies ins Wallen, auch die Penguins aus der kleinen Bruderstadt lassen die  Ergebnisse nicht kalt, insbesondere weil man unmittelbarer Leidtragender ist. Die Folge ist ein explosives Gemisch an Anspannung und Adrenalin, dass sich für Play Off Hockey in unüblichen Nicklichkeiten und Schlägereien entlädt. Selbst Sidney Crosby und Claude Giroux, beide ihres Zeichens nach Topstars ihrer Teams, liesen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ihren Befindlichkeiten in einem Handgemenge, mehr Ausdruck zu verleihen. Wenn somit selbst die „Primgeiger“ ihre Millionenhändchen zu Fäusten ballen, dann weiß auch der Letzte, dass das Play Off seine eigenen Gesetze schreibt, erst recht wenn es gegen den Erzrivalen geht.

Dabei war es bis vor kurzem für Pittsburgh sehr gut gelaufen. Der absolute Liga Superstar und Penguins Kapitän, Sidney Crosby  kehrte rechtzeitig nach langem Kampf gegen die Folgen einer Gehirnerschütterung für die wichtigsten Spiele der Saison auf das Eis zurück und zusätzlich verfügt die Mannschaft mit dem Russen Evgeny Malkin den Topscorer und zweitbeste Torjäger der „Preseason“ (Grunddurchgang). 12 Tore sind auch durchwegs ebenfalls eine gute Vorstellung, jedoch verblasst diese an den Leistungen der glänzend aufgelegten Flyers. Um noch die geringe Chance auf ein Weiterkommen zu wahren, muss vor allem von Malkin deutlich mehr kommen, er hat in den bisherigen drei Spielen nicht einmal ins gegnerische Tor getroffen. Geht es nach Ch. wird das Spiel heute jedoch kein weiteres Highlight, er prophezeit den Einbruch jener Mannschaft, die als erstes (deutlich) in Rückstand gerät – man darf gespannt sein!

Während ich schreibe, tragen die Teams gerade ihr viertes Spiel aus. Bereits im ersten Drittel bestimmten wieder die Offensivreihen beider  Mannschaften das Geschehen. Die Penguins führen in Philadelphia mit 4:3 und kämpfen somit in dem Augenblick erfolgreich gegen den Supergau, in Form des Verlusts der Serie ohne Gewinn eines einzigen Spiels („Sweep“). Update: Zehn Minuten vor Schluss des letzten Drittels führen die Penguins mit 10:3, unter anderem erzielte Evgeny Malkin zwei Treffer. Der Prophet lag mit seiner Vorhersage richtig, die Flyers erholten sich vom 5-3 Rückstand nicht mehr.

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Gedanken zum Wahlverhalten

Vor kurzem unternahm ich einen kleinen Ausflug ins österreichische Wahlrecht. Zurück bleibt die Frage, ob  es da draußen noch Menschen gibt, die motiviert zu Wahlen gehen? Personen die das Wahlrecht mehr als Privileg sehen, denn als lästiges und zahnloses Instrument politischer Mitbestimmung? Erstere Sorte scheint immer schwerer zu finden, zumindest bei jüngeren Generationen. Wer kann sich von diesen noch an Zeiten von Totalitärität und Autorität erinnern? Für viele die ich kenne ist die Teilnahme an Wahlen zwar eine Selbstverständlichkeit weil sie es als Gebot der Vernunft verstehen, jedoch tragen die wenigsten (mehr) die Überzeugung in sich, ihre Partizipation könnte zu etwas Bedeutendem, geschweige denn Veränderung beitragen. Diese Beobachtungen decken sich auch mit den Begründungen der meisten mir bekannten Nichtwähler, die an Wahltagen lieber anderen Aktivitäten den Vorzug zu geben.

Persönlich kann ich das gut verstehen, meine Teilnahme an Wahlen ist eher einem mir unerklärlichen Pflichtbewusstsein nervender Natur geschuldet, denn der Überzeugung vernünftig zu handeln. Wahl für Wahl wird de facto von neuem der politische Status Quo neu einzementiert. Egal wer bisher die Geschicke des Landes bestimmte, im Grunde bleibt fast alles wie gewohnt. In dieser Hinsicht kann ich den heranwachsenden Verdruss in jedem politisch Unzufriedenen, aber keine eigenen (machtpolitischen) Interessen verfolgenden Bürger menschlich durchaus sehr gut nachvollziehen. Wie sonst kann man sich das große Wahlpotential, der „Liste für Innsbruck“ oder der Piratenpartei in Deutschland erklären?

Fragwürdig erscheint mir eher, wie es bei Mitbürgern mit halbwegs funktionierender empirischer Beobachtungsgabe nicht so sein kann? Ist es Desinteresse an Politischem im Allgemeinen? Profitieren derart viele so gut vom bisherigen System? Soll ich mich schlecht fühlen, weil mich kaum eine Wahl mehr interessiert? Mir ist schon klar, dass eine Demokratie seine Grundfeste im Konsens hat, Wandel viel Geduld erfordert, dass es deutlich schlauere Personen als meine Wenigkeit gibt und auch in anderen Ländern vieles nicht besser ist… Mich ermüdet jedoch die Art wie immer wieder der Konsens in diesem Land zustande kommt, wie manche politische Machthaber ihre Stellungen ausnutzen (vgl. Glücksspielgesetze, Anti-Korruptionsgesetz, Telekommaffäre, etc.) und die Ignoranz mancher  Menschen.

Das Hauptmotiv einiger, zu Wahlen zu gehen, ist bloß um bestimmte Ergebniskonstellationen zu verhindern (Schwarz-Blau, Rot-Grün). Der Anfängliche Charme diese Geisteshaltung, hat sich für mich jedoch verbraucht, da er Veränderungen egal welcher Art abträglich erscheint. Hinzu kommt, dass sich mein Ideal vom Wahlrecht eher an einem „Konstruktivismus“, denn an einem „Destruktivismus“ orientiert. Meines Erachtens hätten auch viele passionierte Nichwähler nur zu gerne, Barack Hussein Obama 2008 zum ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt, um eine Wende einzuleiten und so einen neues Kapitel amerikanischer Geschichte einzuläuten. Der ehemalige Senator von Illionis verstand es wie kein anderer Präsidentschaftskandidat zuvor die Massen mit Solgans wie „Yes We Can“ und „Change“ zu mobilisieren, sie zu inspirieren.

Natürlich kann nicht jede Wahl Historisches Anbieten und auch Obama ringt mit der normativen Kraft des Faktischen, aber ich denke es wird klar was ich verdeutlichen will. Mir würde es bereits genügen, wenn jemand den Bürgern die hier leben zeigt, dass wir Österreicher nicht so weit voneinander stehen, wie viele Politiker uns oft glauben machen wollen.

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Ratespaß im Sozialnetzwerk

In der digitalen Welt geht es mal wieder Rund. Erstmals wurde ein Fall (zumindest der breiten Öffentlichkeit) bekannt, in dem ein User wegen einer Urheberrechtsverletzung durch ein Foto auf seiner Pinwand auf Unterlassung und Schadenersatz belangt wurde. Richtig fies macht das ganze jedoch, dass das corpus delicti gar nicht vom Belangten veröffentlicht wurde, sondern von einem seiner Freunde. Grundsätzlich möchte ich dieses in der Zukunft sicher noch prisantere Thema bei Gelegenheit gern noch genauer beleuchten, im Moment fehlt mir dazu die Zeit für gründlichere Rechere.

Hintergrund für meine einleitenden Worte ist ein Bild, welches in diversen sozialen Netzwerken die Runde macht, welches Abbildungen diverser Darsteller bekannter Serien aus Legosteinen zeigt. Um nicht jemanden in seinen Urheberrechten durch unauthorisierte Veröffentlichung des Bildes zu Beeinträchtigen, hab ich das kursierende Bild nachkonstruiert. Hier die Ergebnisse meines Schaffens:

„Die durchschnittliche Facebook-Pinnwand eines 16-Jährigen ist 10.000 Euro Abmahnkosten wert, wenn denn jede Urheberrechtsverletzung abgemahnt werden würde“ (Christian Solmecke – Rechtsanwalt Christian Solmecke; im Spiegel) –  Achtet daher bitte genauer darauf, welche Fotos und Bilder ihr postet!

P.S. Sorry für die teils sehr grelle Farbgebung, Geduld beim Farbmischungen kreieren ist nicht meine Stärke.

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Nardwuar, eine Serviette bittet zum Interview

Who or what the fuck is Nardwuar the Human Serviette?! Solch ein Gedanke, oder ein ähnlicher dürfte wohl vielen Leuten durch den Kopf gehen, wenn sie von Nardwuar zum ersten Mal hören. Nardwuar, ist aufgrund einer Namensänderung 1986 tatsächlich Nardwuar und bezeichnet sich als Human Serviette. Die Namenserklärung kann sich jeder gerne von Nardwuar persönlich erklären lassen, ich verzichte hier auf eine Erörterung, da sie meiner Meinung nach nicht viel Sinn ergibt und langweilt.

Viel wichtiger und deutlich Interessanter ist, was Nardwuar macht. Bekannt wurde der Kanadier vor allem für sein Interviews (insbesondere mit Rappern) die ich jedem, der sich für Popkulur und Musik interessiert, schwer ans Herz legen möchte. Daneben ist er auch Musiker in einer Punkband und hat eine eigene Radiosendung. Zu seinen Interviews erscheint Nadwuar regelmässig in Outfits, die an einen Schotten auf Speed denken lassen, was manche nicht immer alle gutieren dürften, wie z.B. Dave Rowntree der (ex) Drummer von Blur (und heute Politker!). Dafür überschütter er seine Interviewpartner Teils mit Mitbringsel und ungewöhnlichen Geschenken, die er auf die verschiendsten und auch verrückstesten Art und Weise mit den oft verzückt- bis schockierten Gegenüber in Verbindung zu bringen, insbesondere zu Kanada.

Neugierig, wie der Nardwuar an so viel „intimes“ Wissen gelangt ist, werden die Künstler so eine Unterhaltung verwickelt, in denen sie interessante Einblicke von sich preisgeben von denen andere Journalistenkollegen nur träumen können, da sie sich für das Gespräch zu interessieren beginnen. Es ist die Liebe für Details und die akribische Recherche gepaart mit bestechenden Fachwissen über Musik, welche ettlichen Artists stark Imponiert, wie auch Alex James, der Basist von Blur zu einem späteren Zeitpunkt anerkennend feststellt und viele Interviews  mit einem gut gelaunten Lächeln das Interview ausklingen lässt.

Eine oftmal testierte gewisse Nervigkeit an bei Nardwuars Interviewstil kann für mich bestätigen, zu oft wiederholt und Betont er den Ort seiner meisten Intervies (Vancouver, British Columbia, Kanada), leitet sein Interview immer mit der selben Frage „Who are you“ ein und beendet es mit „Keep on rock’in in the free world“ gefolgt von „doot doota loot doo“ das vom Gegenüber mit „doot doo“ ergänzt werden soll.

Schaffen es die Interviewten, sich auf Nardwuars einzulassen, profitieren zumeist beide Seiten enorm vom Gespräch, da für Nardwuar einerseits ein tolles und spannendes Interview für das Publikum herauskommt, andererseits die Protagonisten nicht mit bereits abgelutschen Fragen konfrontiert werden und so durch den frischen Wind Nardwuars zum „glänzen“ gebracht werden.

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Social Proof – Das Schweigen eines Studenten

Immer wieder kommt es bei Besuch von Übungseinheiten auf der Uni zum selben Déjà-vu: der Vortrag ist zu schnell, die wenigsten können den Ausführungen folgen und im Seminarraum herrscht angespannte Ruhe. Blicke in die Unterlagen von Kollegen helfen nicht, da dort oft noch weniger steht, als in meiner Mitschrift. Höre ich beim Verlassen der Veranstalltung im Getuschel der Allgemeinheit dann genauer hin, bestätigt sich mein Eindruck, viele Kollegen waren Überfordert und gehen mit einigen unbeantworteten Fragen Heim.

Eine Frage die sich mir in diesem Momenten aufdrängt ist, warum nehme ich selbst nicht die Initiative in die Hand und bitte den Vortragenden aus Rücksicht auf die Allgemeinheit, ein bisschen weniger flott fortzufahren. Normalerweise ist es auch nicht mein Ding den Mund zu halten, aber manchmal erscheint es mir in diesen Situationen als ratsamer mich zurück zuhalten, da ich aufgrund der allgemeinen Stille und Anspannung nicht das Gefühl verspüre, die notwendige Deckung durch meine Mitstudenten zu haben, weil sie selbst trotz ersichtlicher Probleme keine Anstalten machen, selbst um Nachsicht zu bitten.

Geht es nach Wikipedia, wird mein Verhalten von der Psycholgie als „Social Proof“ bezeichnet. Social Proof kommt vorallem in Situationen zur Geltung, in der man sich unklar ist, wie man sich verhalten soll und im Zweifel einfach das Verhalten der umgebenden Mitmenschen nachahmt, weil man annimmt, diese könnten mehr über (Hintergrund-) Wissen verfügen, und wüssten schon was sie tun. Der Gestalts– und Sozialpsychologe Solomon Asch veranschaulichte veranschaulichte mit seinem Konformitätsexperiment wie Gruppenzwang Menschen beeinflussen kann, in dem er Menschen unter der Mithilfe von Schauspielern so manipulierte, dass diese offensichtlich falsche Aussagen, als richtig bestätigten.

Rolf Dobelli veranschaulicht in seinem Buch „Die Kunst des klaren Denkens“ warum Social Proof zumindest in der Vergangenheit seine Berechtigung hatte, in dem er den Leser mit ein paar Jägern und Sammlern in der Steinzeit durch die Serengeti wandern lässt. Mit einem Mal laufen alle dem Leser davon. Und was tut der Leser? Bleibt er stehen und fragt sich was mit den Kollegen los ist und ob das Ding davorne wirklich ein Löwe ist? Nein, er hetzt seinen Begleitern so gut er kann hinterher. Reflektionen sind später auch noch möglich, zuerst geht man auf Nummer sicher. Wer nicht so gehandelt hat, hat sich wie Darwin vor Augen führt, aus der Evolution verabschiedet.

Ich weiss also jetzt, dass mein Schweigen darin begründet ist, dass ich nicht aufgefressen werden möchte was zumindest auf der Uni letztlich albern erscheint. Vielleicht finde ich ja, wenn es wieder mal zu schnell vorangeht und die Gefahr überschaubar ist, meine Stimme wieder.

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Kindliche Ängste: Der Vampir und die Plastikflasche.

Umweltschutz war eines der wichtigsten Themen meiner Kindheit.  Neben für Kinder typischen Ängsten, dass ein Vampir im Kleiderkasten und ein Werwolf unter dem Bett wohnen könnte und jeden Toilettenbesuch zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens, zu einem Spießrutenlauf der Angst werden ließen, war der Umweltschutz eine Angst, der man zu jeder Uhrzeit begegnen konnte.

Wassersparen, Energiesparen, Müll vermeiden und trennen, die Vorsicht vor dem Sauren Regen, dem Ozonloch und der Atomwolke über Europa, all diese Sorgen und Probleme waren lange Zeit engste Begleiter meiner Kindheit und konnten nicht mit ein paar gut getimten Sprints durch die nächtliche Wohnung und einem gekonnten Sprung ins Bett gelöst werden.
Wenn es nach den Nachrichten ging war die Lage verdammt ernst und ich hatte richtig Schiss davor, dass unser einzigartiger Planet durch ein Atomkraftwerk bzw. eine Atombombe in die Luft fliegt könnte, oder in Plastikflaschen und Aludosen ertrinken würde,  so dass wir wünschten, die Monster in unseren Zimmern hätten uns schnell und schmerzlos erledigt. Jedem, der in diesen Katastrophen wider erwarten nicht den Tod gefunden hätte, würde das Ozonloch, gut genährt durch Autoabgase und dem FCKW aus Sprühdosen das Hirn wegbrennen. Ein gewaltsamer Tod somit nur eine Frage der Zeit, nur das wie, ein bisschen unsicher.
Unschwer erkennbar, war ich auf das Schlimmste vorbereitet. Ein Störfall in einem der slovakischen, und nicht unweit der österreichischen Grenze gelegenen Kernkraftwerke Mochovce oder Bohunice hätte kein Problem dargestellt – Konzepte waren ausgearbeitet. In meinem Kopf existierten Pläne, in welche Himmelsrichtung meine Eltern, mein bester Freund Hamit, dessen Schwester und Ich, mangels Autos, zu radeln hatten. Autos erschienen meiner Ansicht nach in solch einer Situation als zwecklos, da diese mit Autos anderer Fluchtwilligen verstopft gewesen wären. Fahrräder hingegen, die paßten durch enge Gassen, waren mit Rücksicht auf das Ozonloch abgasfrei und man konnte seine Fahrtrichtung jederzeit der Windrichtung welche die Atomwolke vor sich hin trieb, anpassen.

Die Strategie gegen die Umweltverschmutzung durch Plastikflaschen gaben meine Eltern vor, und diese war einfach für kleine Buben, die Limonaden liebten, fatal. Es kommen keine Plastikflaschen oder Getränkedosen in den Haushalt. Lieblingslimonaden wie Fanta oder Sprite gab es in meiner Kindheit schon kaum mehr in Glasflaschen, sondern zumeist in schrecklichen Designverbrechen aus Plastik zu zwei Litern. Das Ende Glaspfandflasche war zu diesem Zeitpunkt offensichtlicherweise schon beschlossene Sache.

Mit der Einführung der Mehrweg-PET Flaschen wurden meine Eltern milder, insbesondere weil meine Mutter keine Lust hatte, die schweren Glasflaschen in einem Haus ohne Lift, in den vierten Stock zu tragen. Das verführerisch geringe Gewicht und die Unzerbrechlichkeit der Plastikflasche sind Gründe für ihren Siegeszug in unsere Gesellschaft. Den deutlich größeren Anteil am Plastikflaschenerfolg hat aber ganz bestimmt die Tatsache, dass sich viele Mitmenschen von Gebrauchsgegenständen, wenn sie mal ausgedient haben, rasch und einfach entledigen wollen. Das geht am besten in dem man sie in einfach in den Müll wirft und nicht erst groß sammeln und womöglich flachdrücken muss, um sie dann zusätzlich auch noch zurück zum Supermarkt oder Plastikmüll Sammeltonne zu tragen.

Auch T. liegt die Umwelt sehr am Herzen und zwar so sehr, dass sie ihre Haare mit Wascherde und ihre Kleidung mit Waschnüssen aus dem Reformhaus wäscht, zum Transport ihres Einkaufs immer eine Baumwolltasche benutzt und auch sonst Plastikverpackungen meidet wie der Teufel das Weihwasser. Um T. zu unterstützen, habe ich mal anstatt der 0,5l Plastikflaschen aus dem Supermarkt, Frucht- & Gemüsesäfte in Glasflaschen aus der Drogerie gekauft mit der Absicht, dass wir das Leergut regelmäßig wieder verwenden. Leider hat sich diese Idee schnell wieder erübrigt, da die Deckel aus Metall und Plastk recht schnell zu schimmeln anfingen und einem dauerhaften hygienischen Gebrauch entgegenstanden. Seither verwenden wir beide wieder Plastikflaschen wenn wir unterwegs sind, wir kommen einfach an den Geistern die wir gerufen haben nicht vorbei, aber immerhin haben wir ja noch die Möglichkeit unseren Plastikmüll zu trennen, oder?

Zumindest die Regionalpolitik in Wien scheint hier seltsame Wege zu gehen. Die irgendwann eingeführte und sich Jahrzehnte bewährte „gelbe Tonne“ zum Sammeln von Plastikflaschen wurde aus den Müllräumen der Häuser Wiens entfernt und nicht ersetzt. Wer jetzt seinen Plastikmüll trennen möchte, muss  zu den Sammelstellen der Stadt spazieren. Nun weiss ich nicht, wie es andere mit der Mülltrennung halten, gemessen daran mit wievielen Plastikflaschen die Mülltonnen in unserem Haus (die nichtmal zusammengedrückt wurden) mittlerweile gespickt sind, dürfte ein deutlich größerer Plastikflaschenanteil dem Restmüll zugeführt werden.
Viele haben wohl schon in irgendeiner Ausführung davon gehört haben, dass Plastik da es auf Erdöl basiert einen sehr hohen Heizwert hat und deshalb zum Beispiel in der Müllverbrennungsanlage Spittelau, hin und wieder gesammelte Plastikflaschen zugeheizt werden, damit der Restmüll besser verbrennt. Die Stadt Wien bezeichnet diese Behauptung als Urban Legend, gleichzeitig sorgt sie aber dafür, dass mehr Plastik im Restmüll landet. Beleg für meine empirischen Wahrnehmungen finde ich in der Zeitung. Vier von fünf Plastikflaschen finden ihren Weg in den (Rest-)Müll. Gleichzeitig werden deutlich weniger Mehrwertgebinde abgesetzt was durch eine entsprechende Steuerung des Angebots an Mehrwegflaschen durch die Industrie unterstützt wird, man sehe sich nur die Preispolitik und Produktpalette bei Vöslauer im letzten halben Jahr an. Dort kommt sogar die Bio-Limonade aus Plastik daher.

Was mittlerweile jedem klar sein sollte, ist, dass die Plastikflasche sich bereits durchgesetzt hat und somit nicht aufzuhalten ist. Die Werbe- und Verwertungstechniken der Industrie werden immer besser. Jede nicht gekaufte Flasche findet eher früher als später einen Abnehmer, und früher als unmöglich angenommenes ist nun Realität, man denke etwa an Bier in 1,5l Plastikflaschen.
Auch ein  Blick über die Landesgrenzen hinaus, insbesondere Richtung Süden zeigt ein deutliches Bild. Wer von uns hat bei Aufenthalten im südlicheren Ausland Wasser aus einer Glasflasche getrunken? In vielen Ländern trinken nur Draufgänger oder Menschen denen es an Finanzkraft fehlt aus Wasserleitungen, der Rest greift zur Plastikflasche.

Österreich dürfte, wenn man es recht bedenkt, fast etwas wie eine Insel der Seeligen sein. Es gibt hier letztlich die nötige Sammelinfrastruktur (auch wenn sie schon besser war) und unsere Wiederverwertungssysteme von Plastikflaschen scheinen effizienter zu sein, als jemals zuvor. Wir dürfen nur nicht mit dem Sammeln nachlassen und müssen die Disziplin diesbezüglich hochhalten. Dafür bräuchte es aber wieder eine klarere Strategie in der Umweltpolitik, denn für mich scheint ein schleichender Umschwung einzusetzen. Im achten Bezirk wurde zum Beispiel die Problemstoffsammelstelle aufgelöst und durch einen Sammelbus der zweimal im Monat für zwei Stunden Altöl, Spraydosen, Batterien und ähnliches annimmt.
Ich denke, Österreich wird unmittelbar keine gröberen Probleme mit Plastikmüll bekommen, ganz anders sieht es jedoch in anderen Ländern aus. Dort sind sie oft schon vorhanden, insbesondere dort, wo es keine Sammelsysteme gibt oder sie sich nicht wirkungsvoll zeigen, der Film Plastic Planet veranschaulicht dies eindrucksvoll.

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