The Battle of Pennsylvenia

von Georg

Während sich aktuell heimische Fußballfans, angesichts der erbärmlichen Darbietungen ihrer Vereine in der Bundesliga mit Grausen abwenden, purzeln in den Vereinigten Staaten die Zuseherrekorde der Fernsehanstalten in Bezug auf Übertragungen der NHL Play Offs. Es ist die Zeit in der die Besucher in den Stadien zu tausenden Handtücher zu Ehren ihrer Teams schwenken und obskure Bräuche aufleben lassen, wie zum Beispiel bei den Detroid Red Wings, wo man das Glück gerne mit dem Wurf eines Oktopus auf die Eisfläche, erzwingt.

Besondere Aufmerksamkeit vieler Hockeyfans gilt dabei insbesonders einer Serie, dem Aufeinandertreffen der Philadelphia Flyers und Pittsburgh Penguins, zweier Rivalen aus dem U.S. Bundesstaat Pennsylvenia, deren Rivalität bis ins Jahr 1967 zurückreicht, als  beide Teams der NHL beitraten. Während die Flyers sich Mitte der 70er Jahre, im Kampf um die wichtigste Trophäe im Eishockey zweimal erfolgreich durchsetzen konnten, blieb den „Pens“ bis zu Beginn der 90er Jahre ein solcher Erfolg verwehrt. Unter anderem manifestierte sich diese titellose Zeit in 42 sieglosen Antreten bei den Flyers zwischen 1974 und 1989. Trotz dieser Schmach ist das Team aus Pittsburgh, wenn es nach Stanly Cup Siegen geht, aufgrund seiner Triumphe in den Jahre, 91 und 92, sowie 2009 das erfolgreichere Team und somit nicht mehr der Jausengegner, der es einmal war.

Doch für Philadelphia geht es noch um ein wenig mehr, es gilt sich für die Play Off Niederlagen 2008 und 2009 zu revanchieren, als die Mannschaft wiederholt gegen den Klub aus der Steel City ausschied. Heuer soll das anders werden, die Flyers führen in der „Best of Seven“ Serie bereits überraschen deutlich mit drei zu null Siegen, in Spielen die einige Kommentatoren mittunter zu den besten zählen, was Eishockey zu bieten hat. Abgesehen von ihrer typisch körperbetonten Spielweise glänzen die Flyers in den heurigen auch mit ihrer Torproduktion: 20 Tore innerhalb dreier aufeinanderfolgenden Play Off Spiele, sowie 16 Treffer innerhalb von zwei Spielen sind Zeugnis für die Qualität der Mannschaft und gleichzeitig Rekorde in der Klubgeschichte der Flyers.

Durch die Erfolge gerät nicht nur das Blut von Fans der „Broad Street Bullies ins Wallen, auch die Penguins aus der kleinen Bruderstadt lassen die  Ergebnisse nicht kalt, insbesondere weil man unmittelbarer Leidtragender ist. Die Folge ist ein explosives Gemisch an Anspannung und Adrenalin, dass sich für Play Off Hockey in unüblichen Nicklichkeiten und Schlägereien entlädt. Selbst Sidney Crosby und Claude Giroux, beide ihres Zeichens nach Topstars ihrer Teams, liesen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ihren Befindlichkeiten in einem Handgemenge, mehr Ausdruck zu verleihen. Wenn somit selbst die „Primgeiger“ ihre Millionenhändchen zu Fäusten ballen, dann weiß auch der Letzte, dass das Play Off seine eigenen Gesetze schreibt, erst recht wenn es gegen den Erzrivalen geht.

Dabei war es bis vor kurzem für Pittsburgh sehr gut gelaufen. Der absolute Liga Superstar und Penguins Kapitän, Sidney Crosby  kehrte rechtzeitig nach langem Kampf gegen die Folgen einer Gehirnerschütterung für die wichtigsten Spiele der Saison auf das Eis zurück und zusätzlich verfügt die Mannschaft mit dem Russen Evgeny Malkin den Topscorer und zweitbeste Torjäger der „Preseason“ (Grunddurchgang). 12 Tore sind auch durchwegs ebenfalls eine gute Vorstellung, jedoch verblasst diese an den Leistungen der glänzend aufgelegten Flyers. Um noch die geringe Chance auf ein Weiterkommen zu wahren, muss vor allem von Malkin deutlich mehr kommen, er hat in den bisherigen drei Spielen nicht einmal ins gegnerische Tor getroffen. Geht es nach Ch. wird das Spiel heute jedoch kein weiteres Highlight, er prophezeit den Einbruch jener Mannschaft, die als erstes (deutlich) in Rückstand gerät – man darf gespannt sein!

Während ich schreibe, tragen die Teams gerade ihr viertes Spiel aus. Bereits im ersten Drittel bestimmten wieder die Offensivreihen beider  Mannschaften das Geschehen. Die Penguins führen in Philadelphia mit 4:3 und kämpfen somit in dem Augenblick erfolgreich gegen den Supergau, in Form des Verlusts der Serie ohne Gewinn eines einzigen Spiels („Sweep“). Update: Zehn Minuten vor Schluss des letzten Drittels führen die Penguins mit 10:3, unter anderem erzielte Evgeny Malkin zwei Treffer. Der Prophet lag mit seiner Vorhersage richtig, die Flyers erholten sich vom 5-3 Rückstand nicht mehr.

* * * * *


Advertisements