Hoi Arjen

von Georg

Das Leben als Profifußballer scheint offensichtlich nicht immer das Zuckerschlecken zu sein, wie sich das der gemeine Fußballfan so vorstellt. Meist hat man am Wochenende, weil man ja Kicken muss, keine Zeit für die Familie, die Medien nennen einen Egoist und das deutsche Publikum lacht sich scheckig, nur weil man gerne Strumpfhosen trägt.

Dabei machte das Abenteuer Deutschland vor zwei Jahren sicherlich total viel Spaß, Du hast bei Deinem ersten Auftritt gleich zwei Tore geschossen, mit Deinen Dribblings Knoten in den Beinen der Gegenspieler hinterlassen und alle fanden Deinen niederländischen Akzent niedlich. Jetzt, wo es nicht mehr so toll läuft, kann Dir keiner sagen, Du würdest Deiner Linie nicht treu bleiben! Niemand, der Dich kennt, wird allen Ernstes behaupten, Du spielst mit dem kleinen Streber Philipp plötzlich einen Doppelpass oder ihn schickst ihn gar steil in die Tiefen der gegnerischen Strafräume. Und wenn der Mario (die geile Schnitte) Dich mal wieder blöd anmacht, weil Du selbst bei Eckbällen keine Flanken in den Strafraum zwirbelst, schick ihn ruhig mal zu mir. Einzig vor dem wilden Franck scheiss mich dann doch ein bisschen an, aber da wird der Uli für Dich schon ein gutes Wort einlegen. Am besten Du machst das so schnell wie möglich, dann gibts auch keine mehr auf die Mütze.
Vielleicht hätte es Deinem Befinden geholfen, wenn Du den immens wichtigen Elfmeter gegen Dortmund zum Ausgleich genutzt, oder besser den noch wichtigeren Strafstoß gegen die Truppe von Chelski C.F. in die Maschen getreten hättest. Bub, was waren das für Gurken!? Aber egal, sowas wird auch weiterhin den Besten passieren, nichts­des­to­trotz solltest Du mir zuliebe dennoch mal für die nächste Zeit Deinen Fuß von den Dingern lassen. Eventuell schießt ja der Manu jetzt öfter die Dinger vom Punkt, angeblich hat der im Finale noch am sichersten verwandelt. Schaut euch mal ein bisschen was beim Tormanntraining ab, dann klappts bestimmt auch wieder mit den Elfern.

Da fällt mir übrigens ein: Bist Du auf Facebook? Da gehts vielleicht grad verrückt zu, ich kann Dir kaum beschreiben was dort abgeht. Selbst T., der jede Niederlage des FC Bayern ähnlich stark feiert, wie die Meisterschaften seines Vereins Werder Bremen, solidarisiert sich mit Dir, weil Du von Bayern Fans beim Freundschaftsspiel gegen Deine Elftal Crew angeblich ausgepfiffen wurdest. T. rät Dir diese möchtegern Fans zu vergessen. Du sollst so bleiben wie Du bist, und ich fände es schade wenn Du wieder gehen würdest. Komischerweise würde aber lieber den „Wurstel-Uli“ bei Werder spielen sehen, als Dich.
Obwohl Du, wie Du siehst, unerwartet viele neune Fans in der Bundesliga sammelst, fordert Dein Nationalmannschafttrainer empört eine Entschuldigung von Seiten der Bayern für das Verhalten der Fans, weil er meint, Du müsstest getröstet werden. Angeblich bist Du wegen dem Ausgang des Champions League Finale traurig. Sag mir bitte, dass das nicht wahr ist, Arjen! Ich lache sie aus, die Kritiker, die dreist Behaupten, Du hättest keine Kraft, würdest schon vom Spielen mit dem Meerschweinchen Deiner Kinder Krämpfe bekommen und beim eleganten Abendessen mit Deiner Frau fast einschlafen. Die sollen mal die Kollegen Müller und Lahm fragen, was mit denen passiert, die Dir blöd kommen! Wenn ich es mir so recht überlege, solltest Du vielleicht doch einen Vereinswechsel in Betracht ziehen, dorthin, wo One Trick Ponys noch frei herumlaufen können und Strumpfhosen anstatt Lederhosen en vogue sind.

Groetjes, WJ.

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