wienjunge

Kategorie: Musik

Big Spender

Angeblich, aber gut wahrscheinlich bei dieser Familienhistorie, dass sich Rakim Mayers, aka A$AP Rocky früher mal als Dealer über die Runden geschlagen hat. Ich bin jedenfalls Überzeugt, der Junge kennt sich mit Suchtmittel aus, da das meiste Zeug was ich von ihm kenne reinstes Dope ist! Es wird endlich Zeit, dass der Junge sein Album rausbringt, den Plattenvertrag hat er ja jetzt schon ein Zeiterl in der Tasche. Das Ergebnis seiner Kollaboration mit Thophilus London hat die Vorfreude jedenfalls nochmals ordentlich angefixt und schürt meine Erwartungshaltung auf das Kommende nocheinmal deutlich!

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Nardwuar, eine Serviette bittet zum Interview

Who or what the fuck is Nardwuar the Human Serviette?! Solch ein Gedanke, oder ein ähnlicher dürfte wohl vielen Leuten durch den Kopf gehen, wenn sie von Nardwuar zum ersten Mal hören. Nardwuar, ist aufgrund einer Namensänderung 1986 tatsächlich Nardwuar und bezeichnet sich als Human Serviette. Die Namenserklärung kann sich jeder gerne von Nardwuar persönlich erklären lassen, ich verzichte hier auf eine Erörterung, da sie meiner Meinung nach nicht viel Sinn ergibt und langweilt.

Viel wichtiger und deutlich Interessanter ist, was Nardwuar macht. Bekannt wurde der Kanadier vor allem für sein Interviews (insbesondere mit Rappern) die ich jedem, der sich für Popkulur und Musik interessiert, schwer ans Herz legen möchte. Daneben ist er auch Musiker in einer Punkband und hat eine eigene Radiosendung. Zu seinen Interviews erscheint Nadwuar regelmässig in Outfits, die an einen Schotten auf Speed denken lassen, was manche nicht immer alle gutieren dürften, wie z.B. Dave Rowntree der (ex) Drummer von Blur (und heute Politker!). Dafür überschütter er seine Interviewpartner Teils mit Mitbringsel und ungewöhnlichen Geschenken, die er auf die verschiendsten und auch verrückstesten Art und Weise mit den oft verzückt- bis schockierten Gegenüber in Verbindung zu bringen, insbesondere zu Kanada.

Neugierig, wie der Nardwuar an so viel „intimes“ Wissen gelangt ist, werden die Künstler so eine Unterhaltung verwickelt, in denen sie interessante Einblicke von sich preisgeben von denen andere Journalistenkollegen nur träumen können, da sie sich für das Gespräch zu interessieren beginnen. Es ist die Liebe für Details und die akribische Recherche gepaart mit bestechenden Fachwissen über Musik, welche ettlichen Artists stark Imponiert, wie auch Alex James, der Basist von Blur zu einem späteren Zeitpunkt anerkennend feststellt und viele Interviews  mit einem gut gelaunten Lächeln das Interview ausklingen lässt.

Eine oftmal testierte gewisse Nervigkeit an bei Nardwuars Interviewstil kann für mich bestätigen, zu oft wiederholt und Betont er den Ort seiner meisten Intervies (Vancouver, British Columbia, Kanada), leitet sein Interview immer mit der selben Frage „Who are you“ ein und beendet es mit „Keep on rock’in in the free world“ gefolgt von „doot doota loot doo“ das vom Gegenüber mit „doot doo“ ergänzt werden soll.

Schaffen es die Interviewten, sich auf Nardwuars einzulassen, profitieren zumeist beide Seiten enorm vom Gespräch, da für Nardwuar einerseits ein tolles und spannendes Interview für das Publikum herauskommt, andererseits die Protagonisten nicht mit bereits abgelutschen Fragen konfrontiert werden und so durch den frischen Wind Nardwuars zum „glänzen“ gebracht werden.

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Mondsafari

Air sind zwei Franzosen, die mir in Zeiten der Dominanz von Indie Rock, Grunge und Techno das Geschenk machten, mir Popmusik mithilfe von Synthesizern und manch träumerischer Stimme, näher zu bringen. Songs wie All I Need, Sexy Boy oder Kelly Watch the Stars haben mir eine ganz neue Chance eröffnet, Musik zu begegnen. Nach ihrem tollen 2001er Album 10 000Hz Legend trennten sich Air und ich. Trotz teilweise recht netter Hooklines wie zum Beispiel der gepfiffenen Melodie bei Alpha Beta Gaga konnte das Nachfolgealbum Talkie Walkie in mir kaum noch etwas bewegen

Nun könnte sich in unserer Beziehung wieder etwas bewegen. Vor ein paar Wochen fand ich beim Stöbern auf einschlägigen Seiten meines Vertrauens einen Artikel, in dem ein neues Album von Air angekündigt wurde. Diese Ankündigung allein hätte nicht gerreicht mich nochmals mit Air auseinanderzusetzen, hatte ich mir den Artikel doch eher aufgrund eines sentimentalen Verpflichtungsgefühls der guten alten Zeiten willen angesehen, als aus tatsächlichen Interesses. Ein Link zu Kostproben vom neuen Album auf YouTube hatte jedoch genug Anziehungskraft, um mich mit Airs neuen Schaffen vertraut zu machen. Unverhofft kommt es dabei zu einer Reise in die Vergangenheit. Ich sehe vertraute Szenen die ich länger als Air selbst kenne, nämlich seit dem die Smashing Pumpkins mit Tonight Tonight, ihrem quasi Opener ihres dritten Albums Mellon Collie and the Infinite Sadness die Welt beglückten. Die Band machte mich mit ihrem Musikvideo zum Song nachhaltig mit Georges Méliès Film Le Voyage Dans La Lune vertraut, dessen Steampunk Charme der Industriellen Revolution das Video zusammen mit der großartigen Sound dem Pumpkins, zum Erlebnis machte.

Air wurden wie sich herausstellt beauftragt einen Soundtrack zu komponieren, der die restaurierte und handkolorierte Fassung von „Le Voyage Dans La Lune“ unterlegt. Wer das Ergebnis sehen und hören möchte, hat im Rahmen des „Kino der Orte“ des Film Archiv Austria eine besondere Gelegenheit dazu. Der Film wird zusammen mit Fritz Langs „Die Frau im Mond“ am 27.04. in der Kuffner Sternwarte in der Nähe der Steinhofgründe präsentiert.

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